Geschichte

Chronologie der Rheydt Galerie

Am 1. November 1927 übernahm die Leonhard Tietz AG – später Kaufhof AG – in Rheydt das seit 1914 in dem Geschäftshaus Friedrich-Ebert-Straße / Marktstraße bestehende Warenhaus der Firma Gebr. Abraham. Auf drei Verkaufsetagen wurde ein umfassendes Sortiment dargeboten, so dass der Bevölkerung der aufstrebenden Industriestadt Rheydt, die vor dem zweiten Weltkrieg fast eine Einwohnerzahl von 80.000 erreicht hatte, eine großstädtische Einkaufsstätte am Platze zur Verfügung stand.

1943-1949

Bei einem der zahlreichen Luftangriffe während des Krieges wurde auch der Kaufhof ein Opfer der Bomben. Am 30. August 1943 brannte das Gebäude völlig aus. Bereits nach wenigen Tagen, am 10. September 1943, konnte der Verkauf im Saalbau Rütten auf der Dahlener Straße behelfsmäßig wieder aufgenommen werden. Diese Ausweichunterkunft wurde vor dem Einmarsch der Alliierten am 27. Februar 1945 vorübergehend geschlossen.

Viele der durch die Wirren der letzten Kriegsmonate verstreuten Mitarbeiter fanden sich nach Kriegsende wieder ein und halfen tatkräftig bei den Vorbereitungen zur Wiederaufnahme des Geschäftsbetriebes. Am 28. August 1945 konnte der Verkauf in der Dahlener Straße weitergeführt werden.

Nach drei Jahren des Provisoriums wurde sofort nach der Währungsreform der Ausbau des alten Kaufhof Gebäudes, dessen Grundmauern den Bombenangriff überstanden hatten, geplant und in Angriff genommen. Unter großen Schwierigkeiten, die von allen Mitarbeitern ein Höchstmaß an Einsatzbereitschaft erforderten, gelang es schließlich, das Erdgeschoss am 7. Dezember 1948 zu eröffnen.

Am 15. Februar 1949 wurde das erste Obergeschoss dazu genommen, so dass damit eine Verkaufsfläche von ca. 1.000 m² zur Verfügung stand.

Schon sehr bald zeigte sich, dass diese Lösung den Bedürfnissen und Ansprüchen der Rheydter Bevölkerung nicht gerecht werden konnte. Der Wandel vom Verkäufermarkt in einen Käufermarkt brachte eine Vergrößerung des Sortimentes mit sich, die eine ansprechende und wirksame Warendarbietung auf dem zur Verfügung stehenden Raum nicht mehr ermöglichte. Die Notwendigkeit eines modernen Neubaus zeichnete sich sehr bald zwingend ab, zumal die Stadt Rheydt vergleichsweise schnell aufwärts strebte.

1957-1958

Im Frühjahr 1957 war es endlich soweit. Die Baustelle wurde eingerichtet und der erste Teil des neuen Warenhausgebäudes konnte in Angriff genommen werden. Der Verkauf wurde in den alten Räumen fortgesetzt. Am 11. Oktober 1957 konnte nach einer Bauzeit von knapp fünf Monaten die fertiggestellte Verkaufsfläche von ca. 2.600 qm in Betrieb genommen werden.

Wie schnell der Bau weiter ging zeigt die Tatsache, dass bereits am 8. Oktober 1957, also zwei Tage vor der Eröffnung, mit dem Abbruch des alten Gebäudes begonnen wurde. Der zweite Teil des Neubaus wurde im gleichen Tempo fertiggestellt.

Am 25. April 1958 ist Eröffnung! Der neue Kaufhof in vollendet – ein modernes, mit allen Fortschritten der Technik ausgerüstetes Warenhaus, in dem nichts fehlt, was helfen konnte, bei der täglichen Aufgabe – dem Dienst am Kunden – und ein Wunsch und Bedürfnis der Rheydter Bevölkerung ist Wirklichkeit geworden:

Rheydt hat sein Großstadt-Warenhaus.

1976-1988

Im Jahre 1976 wurde der Kaufhof Rheydt nochmals modernisiert und auf den neuesten Stand gebracht.

Aufgrund der sich am Standort Rheydt verschärfenden Wettbewerbssituation – Ansiedlung der Karstadt AG mit einem Warenhaus von ca. 10.000 qm Verkaufsfläche – hat die Kaufhof AG im Jahre 1986 den Beschluss gefasst, dass bisherige Warenhaus am Standort Rheydt zu einem Einkaufszentrum umzubauen.

Nach Arrondierung der Grundstücksflächen wurde im Jahre 1987 unter der Regie der 100-prozentigen Tochtergesellschaft der Kaufhof AG Zentra Grundstücksgesellschaft in Köln mit dem Umbau zu einem Einkaufszentrum begonnen. Die Fertigstellung erfolgte im September 1988.

Auf insgesamt vier Verkaufsebenen:

  • Basement
  • Erdgeschoß
  • I. OG
  • II.OG

wurden insgesamt ca. 10.000 qm Mietfläche geschaffen.

Neben der Kaufhof-Tochter Mauricius bzw. Kaufhof Mode & Sport GmbH auf drei Etagen mit einer Verkaufsfläche von 6.500 qm wurden weitere 14 Fachgeschäfte etabliert. Durch repräsentative Meinungsumfrage in der Rheydter Bevölkerung erhielt das Einkaufszentrum den Namen Galerie am Marienplatz.

1989-1994

Im ersten vollen Geschäftsjahr 1989 erzielte die GAM einen Gesamtumsatz von ca. DM 40 MIO. Im Juni 1990 wurde das Einkaufszentrum GAM von der Kaufhof AG an die Münchener GbR Baumgarten, Dr. Leibfried und Neumann veräußert.

Das vom Kaufhof zunächst in eigener Regie entwickelte Einkaufszentrum zeigte bautechnisch und branchenmäßig einige Defizite. Natürlich war es auch nicht die primäre Aufgabe eines Warenhauskonzerns, sich in der Entwicklung von Einkaufszentren zu profilieren. Nach dem Verkauf wurde der von der Kaufhof AG begonnene Weg in Richtung Einkaufszentrum konsequent weitergeführt.

Mit Unterstützung des auf diesem Sektor erfahrenen Düsseldorfer Architekturbüros RKW sowie dem branchenmäßigen bzw. vermietungstechnischen Know-how der noch heute für das Centermanagement verantwortlichen Hans-Jürgen Kleewald Projektentwicklung-Vermietungs- und Centermanagement GmbH wurde das Einkaufszentrum GAM nochmals umgestaltet.

Die Mauricius Mode & Sport GmbH wurde in diesem Zusammenhang von 6.500 m² über drei Etagen auf ein neues Konzept im I. OG mit ca. 2.200 m² VK reduziert. Im II. OG wurde Saturn mit einem Techno-Markt angesiedelt. Die von Kaufhof im Erdgeschoss belegte Fläche wurde in mehrere Einheiten aufgeteilt, so dass zusätzliche Branchen aufgenommen werden konnten; ebenso wurde das Basement durch die Ansiedlung eines Kaiser's Frische-Marktes neu entwickelt.

Zusammen mit den bautechnischen Veränderungen einschließlich der Neugestaltung der gesamten Außenfassade sowie der Aufstockung des Parkhauses von 100 auf 200 EP wurden insgesamt letztlich ca. DM 15 MIO. investiert. Die Anzahl der Geschäfte erhöhte sich auf über 20. Der Gesamtumsatz der GAM konnte Anfang der 90er Jahre auf ca. DM 50 MIO. gesteigert werden.

Mit Wirkung zum 31. Dezember 1993 wurde das inzwischen unter der Bezeichnung

SHOPPING-GALERIE am Marienplatz

laufende Einkaufszentrum von den Münchener Investoren an die Golonia Versicherungen und Nordstern Lebensversicherungen Köln verkauft.

Die neuen Eigentümerinnen haben alsdann mit einem finanziellen Aufwand in mehrstelliger Millionenhöhe die letzte noch verbliebene Warenhausebene dem Standard des übrigen Einkaufszentrums im Jahre 1997 angepasst. Das Plankonzept sah eine Neuaufteilung des I. Obergeschosses in vier Einzelhandelsbereiche vor.

Mit der Planung wurde wiederum das Architekturbüro RKW aus Düsseldorf beauftragt. Für den neuen Branchenmix sowie das Centermanagement zeichnet weiterhin die Kleewald Projektentwicklungs- Vermietungs- und Centermanagement GmbH Mönchengladbach verantwortlich.

Heute

Aktuell ist als Magnetmieter Saturn auf 2.000 m² untergebracht; darüber hinaus Intertoys/Spielwaren mit 450 m². Im Untergeschoss finden Sie den dm Drogeriemarkt mit einer Ladenfläche von 900 m².

Seit dem 01. November 2007 befindet sich die Shopping Galerie im Eigentum der DIC DP Mönchengladbach Stresemannstraße GmbH, Neue Mainzer Straße 20 • MainTor, 60311 Frankfurt am Main. Die ist eine Objektgesellschaft der börsennotierten DIC Asset AG.